Mit der kollektiven Unbeschwertheit im Südwesten der USA ist es vorbei. In Arizona, Florida und Texas grassiert das Coronavirus – auch weil der Staat versagt.

Anfang Juni wurden die Strände in Florida wieder geöffnet. Seitdem ist die Zahl der Neuinfektionen stark gestiegen. © Cliff Hawkins/​Getty Images

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Ende Mai herrschte in Phoenix noch Partystimmung. Ein von der Boulevard-Website TMZ veröffentlichtes Video zeigt Boxlegende Floyd Mayweather Jr. feiernd auf einer prall gefüllten Tanzfläche, nachdem Bars und Clubs dort wieder öffnen durften. Dicht an dicht stehen die überwiegend jungen Partygäste, Masken trägt kaum jemand.

Doch mit der kollektiven Sorglosigkeit im Südwesten der USA ist es nun vorbei. Während ehemalige Corona-Hotspots wie New York nach monatelangem Stillstand des öffentlichen Lebens die Pandemie in den Griff bekommen haben, ist Arizona zu einem der neuen Zentren geworden. Im Mai hatte der Bundesstaat noch täglich rund 400 Neuinfektionen registriert – am Donnerstag waren es mehr als 3.000. Auch Texas, Florida, Oklahoma und weitere Bundesstaaten verzeichnen hohe Infiziertenzahlen. Die Pandemie, die im Bewusstsein vieler US-Amerikaner schon eingedämmt schien, ist mit voller Wucht in den Alltag zurückgekehrt. Am Donnerstag vermeldete die Johns Hopkins University mehr als 40.000 Neuinfektionen bundesweit. Doch wie und warum konnte Covid-19 sich weiter so massiv ausbreiten?

Die Daten zeigen, dass vor allem junge Leute zur Verbreitung des Virus beitragen. In Arizona tauchten die meisten Neuinfektionen bei Menschen zwischen 20 und 44 Jahren auf: Jeder Dritte in dieser Altersgruppe wurde positiv getestet. Auch im Süden Floridas – rund um die Partymetropole Miami – sind überdurchschnittlich viele junge Erwachsene betroffen. Laut Gouverneur Ron DeSantis lag das Durchschnittsalter der Infizierten im Sunshine State im März noch bei 65 Jahren – aktuell liegt es bei 35. In anderen Bundesstaaten zeigen sich ähnliche Tendenzen. Nicht nur Partylaune macht junge Leute anfälliger für das Virus. “Ihr soziales Umfeld und ihre Jobs sorgen dafür, dass sie sich häufiger unter Menschen mischen”, sagte die Biologin Erin Bromage dem Nachrichtensender CNN. Laut einer am Freitag veröffentlichten Studie des Democracy Funds haben 45 Prozent der 18- bis 29-Jährigen sich in der vergangenen Woche mit Personen getroffen, die nicht ihrem Haushalt angehören. 

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