Nach dreieinhalb Wochen ohne neue Coronavirus-Fälle hat Neuseeland wieder neue Ansteckungen mit dem Erreger gemeldet. Zwei Frauen, die kürzlich aus Großbritannien eingereist waren, wurden positiv auf das Coronavirus getestet, wie das Gesundheitsministerium in Wellington am Dienstag mitteilte. Sie waren bei der Einreise zunächst in Quarantäne geschickt worden, durften diese aber wegen eines Sterbefalls in ihrer Familie frühzeitig wieder verlassen.

Die beiden Frauen waren örtlichen Medienberichten zufolge am 7. Juni über Großbritannien, Doha und Brisbane in Auckland gelandet. Eine von ihnen zeigte leichte Symptome, doch wurden diese einer anderen Erkrankung zugeschrieben. Mach sechs Tagen durften beide die Quarantäne verlassen, um eine sterbende Verwandte zu besuchen.

Nach Angaben des Generaldirektors des Gesundheitsministeriums, Ashley Bloomfield, fuhren die beiden Frauen im Auto nach Wellington, wo sie nur Kontakt zu einem weiteren Familienmitglied hatten. Dann wurden sie positiv auf das neuartige Virus getestet und gemeinsam mit ihrer Verwandten isoliert. Nun würden alle möglichen Kontakte auf den Flughäfen, in den Flugzeugen und Hotels nachverfolgt.

Bloomfield äußerte sich gelassen über die neuen Fälle. Alle Maßnahmen seien getroffen, um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden, sagte er. Niemand habe sich neue Fälle gewünscht, doch habe die Regierung damit gerechnet und entsprechende Vorbereitungen getroffen.

Die neuseeländische Regierung hatte das Land Anfang der vergangenen Woche für Coronavirus-frei erklärt und die wegen der Pandemie verhängten Abstandsregeln und Einschränkungen für Versammlungen aufgehoben. Die strikten Einreisebeschränkungen sind jedoch weiter in Kraft.

Die Einreise ist generell lediglich neuseeländischen Staatsbürgern erlaubt. Davon werden nur wenige Ausnahmen gemacht, etwa für ausländische Angehörige von Neuseeländern oder bei bestimmten geschäftlichen Gründen. Alle Einreisenden müssen für zwei Wochen in Quarantäne, doch gibt es Härtefallregelungen. Als Konsequenz der neuen Infektionsfälle kündigte Bloomfield nun an, dass die Ausnahmegenehmigungen künftig nur noch greifen sollen, wenn die Betroffenen negativ getestet seien.

Insgesamt wurden in dem Land mit seinen fünf Millionen Einwohnern nach offiziellen Angaben bislang rund 1150 Coronavirus-Infektionsfälle und 22 Todesfälle gezählt.



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