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Das Gesundheitsamt Biberach organisierte in der Zeit vom 3. Mai bis 3. Juni 2020 eine Testung von allen Bewohnern und Mitarbeitern in 24 von 25 stationären Pflegeeinrichtungen im Landkreis Biberach auf das Coronavirus. Ein Pflegeheim steht zur Testung noch aus. Insgesamt wurden 2942 Personen getestet, davon 1573 Mitarbeiter und 1369 Bewohner. „Lediglich bei zwei Mitarbeitern und vier Bewohnern in verschiedenen Heimen wurde das Virus nachgewiesen. Die positiv getesteten Personen wiesen keine Symptome auf. Es wurden umgehend die notwendigen Quarantänemaßnahmen eingeleitet, die mittlerweile ausgelaufen sind“, sagt Dr. Monika Spannenkrebs, Leiterin des Kreisgesundheitsamts in Biberach. „Das ist ein sehr erfreuliches Ergebnis. Die Einrichtungen tun wirklich ihr Möglichstes, um die Bewohner von dem Virus zu schützen.“

Das Screening, die Testungen, sind Teil der Strategie des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg, das auch die Kosten trägt. Vier niedergelassene Hausarztpraxen haben das Gesundheitsamt unterstützt.

Es liegen die Abstrichergebnisse von 2942 Personen vor, die mit dem Screening einverstanden waren (91,3 Prozent aller Personen die im Landkreis Biberach in Pflegeheimen betreut werden oder tätig sind). Von 1573 getesteten Mitarbeitern wurden zwei Personen in verschiedenen Heimen positiv auf das SARS-CoV2 Virus getestet. Von 1369 Bewohnern wurden vier Personen in verschiedenen Heimen positiv auf das SARS-Cov-2 Virus getestet. Die Gesamtrate an neu detektierten SARS-CoV-2-Infektionen im Rahmen dieser Untersuchung lag bei      0,2 Prozent. Keine der positiv getesteten Personen zeigte beim Abstrich oder im Verlauf Symptome.

„Durch sofortige Quarantäne-Maßnahmen konnten weitere Infektionsketten innerhalb der jeweils betroffenen Einrichtung verhindert werden. Die geringe Zahl der durch das Screening entdeckten Infektionen ist hinsichtlich der Corona-Situation in den Pflegeheimen sehr beruhigend. Einerseits passt das Ergebnis zum derzeit insgesamt geringen Infektionsgeschehen im Landkreis. Andererseits zeigt sich, dass die bisherigen Maßnahmen zum Schutz der Bewohner und der Mitarbeiter vor der Infektion mit dem SARS-CoV-2 Virus von den Pflegeheimen sehr gut umgesetzt wurden und sehr wirksam waren“, so Dr. Spannenkrebs.

Es sei eine Herausforderung, parallel zu den Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Pflegeeinrichtungen ein Konzept zu entwickeln, welches zugleich den Schutz der Bewohner und der Mitarbeiter gewährleistet und den Bewohnern ermögliche, wichtige soziale Kontakte zu pflegen. Dies sei insbesondere für den Erhalt der psychischen Gesundheit und Lebensqualität unerlässlich. Teil des Konzeptes können Tests in Pflegeheimen sein, die besonders dann durchgeführt werden sollten, wenn Infektionen in Heimen auftreten sollten. Dann ist es wichtig, auch die Personen in der Umgebung zu untersuchen. Darüber hinaus sind aber die Hygienemaßnahmen und ein verantwortliches Handeln beim Besuch von Bewohnern in Pflegeheimen für die Prävention von Ausbrüchen unerlässlich.

Das Gesundheitsamt bittet deswegen bei Besuchen, den Hygieneregeln der Einrichtungen zu folgen, sowie bei Krankheitssymptomen oder Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall den Besuch von Verwandten und Bekannten in Pflegeheimen zu verschieben.



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